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„Das eherne Gesetz der Ochlokratie besagt, daß die Herrschaft der Minderwertigen, wie Edgar Jung das schon in der Weimarer Republik nannte, jede Erneuerung unterbindet, die ihr von Höherwertigen droht.“
Hans-Dietrich Sander, Staatsbriefe 4/1993, S. 1
Für u. a. diesen Satz erhielt Hans-Dietrich Sander auf Wikipedia das Prädikat „rechtsextrem“. Inwieweit das zutrifft muss jeder für sich entscheiden.

Herodot von Halikarnass(os) (490/480-um 430/420 v. Chr.) war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber. Cicero verlieh ihm in seinem philosophischen Werk „De legibus“ den Beinamen „pater historiae“ (Vater der Geschichtsschreibung).
Bereits Herodot unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Form der Herrschaft. Allerdings war er sich auch schon darüber im Klaren, dass sich eine Staatsform früher oder später durch die politische Kaste negativ verändern wird.

„Auch wenn man den Edelsten zu dieser Stellung erhebt, wird er seiner früheren Gesinnung untreu werden.“ (Herodot, Historien, III, 80)

Andererseits sieht Herodot die größere Gefahr nicht von einem Tyrannen, sondern von der ungebildeten und zur Vernunft unfähigen Masse.
Gewalt- und Willkürherrschaft eines Machthabers oder einer Gruppe sind verbunden mit dem Wissen.
Die Gewalt- und Willkürherrschaft der Masse ist nur verbunden mit Unverständnis, Zügellosigkeit, Unvernunft, Hochmut und fehlender Bildung.

Platon (427–347 v. Chr.) war ein altgriechischer Philosoph, Mathematiker und ein Schüler des Sokrates. Zusammen mit Aristoteles hat er die Grundlagen abendländischer Philosophie gelegt.

Platons Schriften überliefern das Leben und Denken des griechischen Philosophen Sokrates (469 – 399 v.Chr.), der selbst keine schriftlichen Werke hinterlassen hat.

Darin beschreibt er das Entwicklungsmodell von Sokrates, beruhgend auf einen historischen Prozess, der schrittweise von der besten zur schlechtesten Verfassung führt [Politeia 543a–545c].
Auf die Aristokratie (Herrschaft der Fähigen) folgt die Timokratie (Herrschaft der Besitzenden), die wiederum von der Oligarchie (Herrschaft der Reichen), dann der Demokratie (Herrschaft des Volkes) und schließlich der Tyrannis (Herrschaft eines Tyrannen) abgelöst werden kann.
Anmerkung:In der Beschreibung ist nicht ersichtlich inwieweit es sich um einen geschlossenen Kreislauf handelt.

Platon nannte die Herrschaft des Pöbels Theatrokratie. Er verstand darunter jene, die ins Theater gehen und von ihm zu diesem oder jenem verführt werden. Gegen diese „Volksherrschaft“ stellte Platon seine Forderung nach einem wohlgeordneten Gemeinwesen, eines idealen Staates.

StandSeelenteilTugend
Philosophenherrscherdas VernünftigeWeisheit
Wächterdas MutigeTapferkeit
Handwerker und Bauerndas BegehrendeBesonnenheit

Die Einordnung der Bürger in die drei Stände ist eine Folge der unterschiedlichen Fähigkeiten der Bürger.
Diese Standeszugehörigkeit ergibt sich aus der persönlichen Leistung im Bildungsprozess, unabhängig ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Um das optimal und ohne persönliche Einschätzungen der Eltern zu beurteilen und zu entscheiden, wird das Kind den Eltern entzogen und der Obhut von Erziehern übergeben.
So entsteht eine Staatsgemeinschaft, ohne Bindungen an Verwandte. Als Folge davon, übernimmt der Staat Planung und Lenkung der Partnerwahl und der Fortpflanzung. Damit wird das Ziel der Eugenik (Erbgesundheit durch Unterbindung verwandtschaftlicher Vermehrung und Fortpflanzung gesunder Eltern) erreicht. Zugleicht bleibt die Bevölkerungszahl auf einer erwünschten Größenordnung.
Die Einhaltung dieser beiden Ziele bedeutet zugleich, dass behinderte und aus unerwünschten oder verwandschaftlichen Verbindungen hervorgehende Neugeborene (wie in Sparta und überhaupt in der Antike üblich) verborgen (=ausgesetzt) werden. [Politeia 458b–461e]

„Solange in den Staaten nicht entweder die Philosophen Könige werden oder die, welche jetzt Könige und Herrscher heißen, echte und gründliche Philosophen werden, solange nicht die Macht im Staate und die Philosophie verschmolzen sind, solange nicht den derzeitigen Charakteren, die sich meist einem von beiden ausschließlich zuwenden, der Zugang mit Gewalt verschlossen wird, solange gibt es, mein lieber Glaukon, keine Erlösung vom Übel für die Staaten, ich glaube aber auch nicht für die Menschheit, noch auch wird diese Verfassung, wie wir sie eben dargestellt haben, vorher zur Möglichkeit werden und das Sonnenlicht erblicken.“[Politeia 473c–d]

Aristoteles (384-322 v. Chr.) war ein Philosoph im antiken Griechenland, Mitglied der Akademie des griechischen Philosophen Platon und Lehrer des späteren Alexanders des Großen.

Nach Aristoteles gibt es drei „gute“ (auf das Wohl der Allgemeinheit bzw. des Staates ausgerichtete) Verfassungen: Monarchie, Aristokratie und Politie. Und es gibt die schlechten Verfassungen. Selbstverständlich sind in allen Formen keinesfalls die Unfreien / Sklaven beteiligt.

Anzahl der HerrscherGemeinwohlEigennutz
EinerMonarchieTyrannis
EinigeAristokratieOligarchie
AllePolitieDemokratie

Aristoteles hält die Tyrannis für die schlechteste der Verfassungen, da der Tyrann über den Staat so herrscht wie der Herr über den Sklaven (Pol. III 8, 1279b16).
Etwas weniger schlecht ist die Oligarchie (Herrschaft der Reichen), da sie dem Irrtum unterliegt, dass die, welche im Besitz ungleich sind, ebenso auch in jeder anderen Hinsicht ungleich sind.
Ein ähnlicher Irrtum besteht in der Demokratie mit der Ansicht, dass die, welche in einigen Hinsichten gleich sind, ebenso in allen Hinsichten gleich sind (Pol. V 1, 1301a25–36).
In der Demokratie hält Aristoteles die Freiheit für problematisch, da sie mit der Herrschaft der Verfassung in Konflikt steht (Pol. V 9, 1310a30–35).
Auch die Gleichheit kann ein Problem werden, wenn die Herrschaft der Unvermögenden die Besitzenden enteignet.
In den verschiedenen Formen der Demokratie gibt es verschiedene Gruppenbeteiligungen (Reiche, Arme, Einheimische (Bürger mit einwandfreier Abstammung) alle freien Bürger und solche mit Bürgerstatus. Natürlich keine Unfreien und/oder Sklaven.

Polybios (um 200–118 v. Chr.) war ein griechischer Historiker, der u. a. die Geschichte Roms 264 v. Chr. bis 146 v. Chr. beschrieb. Das war der Zeitraum der Punischen Kriege, als Rom in drei Feldzügen seine Konkurenz in Karthago und Korinth vernichtete.
Bekannt ist er auch durch das Polybios-Quadrat zur Verschlüsselung.
Siehe auch:kryptografie.de/kryptografie/chiffre/polybios.htm

Das System des Polybios ist als Verfassungskreislauf bekannt und basiert auf der Einteilung von Aristoteles. In diesem System folgen verschiedene Verfassungen zyklisch aufeinander. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Dekadenz, also solche Veränderungen in der Gesellschaft und der Kultur, die zu Verfall, Niedergang und Verkommenheit führen.
Wenn die Tugenden (Tapferkeit, Gerechtigkeit, Besonnenheit und Frömmigkeit bzw. Weisheit) verfallen, wird Eigennutz und Habsucht die Wichtigkeit des Gemeinwohls verdrängen. Gute Regierungen (Demokratie) werden durch despotische Regierungen (Ochlokratie) ersetzt und dann folgt eine Phase des Chaos, der Unzufriedenheit und der Machtkämpfe.

HerrschendeGemeinwohlEigennutz
einerMonarchieTyrannis
einigeAristokratieOligarchie
alleDemokratieOchlokratie

Schon Herodot unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Form der Herrschaft.
Aristoteles beschrieb später die Politie als die „gute“ und die Demokratie als die „schlechte“ Ausprägung einer Staatsform, in der das Volk herrscht.
Polybios bezeichnet mit Ochlokratie die negative Variante der Volksherrschaft, während er die Demokratie für positiv hielt.

Ochlokratie steht der Tyrannis nahe und ist eine Mahnung, sich der verschiedenartigen Fehlentwicklungen in den Demokratieformen der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ zu vergegenwärtigen. Zur Fehlentwicklung gehört die pöbelhafte Fassade ebenso wie die im Hintergrund herrschende Plutokratie einiger weniger Finanzoligarchen.
Ein Gegensatz ist die germanische Demokratie mit ihrem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.

Es gibt mehrere Varianten der Demokratie. Zum Beispiel die direkte Demokratie der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Bundesrepublik Deutschland ist eine repräsentative Demokratie. Da die Volksvertretung meist ein Parlament ist, nennt man das System häufig auch parlamentarische Demokratie.

Die repräsentative Demokratie ist:
… eine demokratische Herrschaftsform, bei der politische Entscheidungen und die Kontrolle der Regierung nicht unmittelbar vom Volk, sondern von einer Volksvertretung, zum Beispiel dem Parlament, ausgeübt werden.
Bürgerinnen und Bürger treffen politische Entscheidungen nicht selbst, sondern überlassen sie auf Zeit gewählten Vertretern, die für sie als Stellvertreter tätig sind.
Quelle:bundestag.de/services/glossar/glossar/R/repraes_demo-247326

Diese Staatsform hat das Problem, dass Abgeordnete / Repräsentanten der Parteien und nicht das Volk Entscheidungen treffen, auch wenn die Tragweite sehr groß ist (EU, Euro, „Rettungsschirm“, „Energiewende“, Migration, Gendergaga um nur einige zu nennen) wird das Volk nicht gefragt.

Die gewählten „Volksvertreter“ der parlamentarischen Demokratie entscheiden eigenverantwortlich und es sei dahingestellt, ob das dem Willen der Parteien oder dem Willen des Volkes entspricht.
Immer mehr scheinen die Repräsentanten die Bevölkerung nur als lästigen Zahlesel zu empfinden, der alle paar Jahre alibihalber ein Kreuz auf einem Wahlzettel machen darf. Und die Bevölkerung scheint sich immer mehr in eine egoistische, habsüchtige Theatrokratie zu verwandeln in der Unverständnis, Zügellosigkeit, Unvernunft, Hochmut und fehlende Bildung vorherrschen.

Es fehlen positive Beispiele und Ideale. Doch man gewinnt den Eindruck, dass sich die „Volksvertreter“ bereits in einer Filterblase befinden, in der es nicht um das Volk, sondern um ihre eigenen Vorstellungen und Interessen geht.

Die Geschichte lehrt: die Echokammer der politisch Korrekten geht der Kakokratie voraus und der Weg wird sich schlimm rächen.

Denn es gibt keine Bestandsgarantie für demokratische Parteien und nur in den bestehenden Herrschaftsverhältnissen schützt die Immunität die politischen Mandats- oder Amtsträger. Es ist also denkbar, dass den Abgeordneten unter einer anderen Staatsform der Schutz vor Strafverfolgung entzogen wird und sie für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. Insofern dient die Immunität letztlich den Machtinteressen der sog. „Volksvertreter“.

In diesem Zusammenhang ist auch zu hinterfragen, inwieweit die Demokratie als „Herrschaft des Volkes“ noch die richtige Beschreibung ist. Wenn auch wichtige Entscheidungen nur von einer kleinen Repräsentantengruppe getroffen werden, handelt es sich doch offensichtlich um eine Oligarchie. Insbesondere wenn dem Volk systemtreue Medien die „richtigen Meinungen“ permanent vermitteln, damit die Entscheidungen bei den regelmäßigen Wahlen erwünschte Ergebnisse produzieren.