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Wir befinden uns in Frankreich im Jahre 1307.
Das Land wird von Philipp 4. (genannt der Schöne) regiert und die Katholiken haben Papst Clemens 5. (ursprünglich Bertrand de Got) als Oberhaupt.
Die beiden sind Negativbeispiele von Adel und Klerus nach dem Motto: Halte du sie dumm und ich mache sie arm.
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Vernichtung der Templer. Er ist einer von mehreren Beiträge, die unter dem Titel „tri-ket-ra“ im Netz waren, nun jedoch nicht mehr verfügbar sind. Da die Seite interessant war, werden hier Kopien online gestellt, sofern es möglich ist.


Am Freitag, den 13. Oktober 1307 wurden die Tempelritter von französischen Truppen verhaftet.

Vorgeschichte:
Jerusalem ist der Ort, in dem Anhänger dreier Religionen aufeinander treffen.
Die Juden verehren den Ort, weil hier Salomons Tempel gestanden hat.
Die Mohammedaner verehren hier den Felsblock auf dem Berg Morija als Heiligtum, weil von hier aus Mohammed in den Himmel Allahs erhoben wurde.
Für die Christen ist es die Stätte, wo Christus gewandelt und gelitten hatte.

Nach der Reichsteilung des Imperium Romanum 395 n. Chr. fiel Jerusalem an das Oströmische Reich. Unter der oströmischen, byzantinischen Herrschaft erlebte die Stadt eine anhaltende Friedensperiode.
Nach der Reichsteilung des Imperium Romanum 395 n. Chr. fiel Jerusalem an das Oströmische Reich. Unter der oströmischen, byzantinischen Herrschaft erlebte die Stadt eine anhaltende Friedensperiode.
Der Sassaniden-Herrscher Chosrau II. drang um 613 nach Palästina vor. Die palästinischen Juden begrüßten die Sassaniden als Befreier. Die Juden machten einen Aufstand gegen Byzanz und brachten in Jerusalem bis zu 90.000 Christen um, wie uns der bedeutende byzantinische Chronist Theophanes berichtet. Die Sassaniden fanden das gut und verschleppten die restlichen Christen in die Sklaverei nach Persien.
Im Zuge der Islamischen Eroberung der Levante gelangten Armeen des wenige Jahre zuvor begründeten Islams nach Palästina. Im Jahre 637 belagerte eine arabische Armee unter dem General Abu Ubaidah ibn al-Jarrah im Auftrag des Kalifen Umar die Stadt und konnte sie nach sechs Monaten durch die Kapitulation der byzantinischen Verteidiger einnehmen. Dem Patriarchen von Jerusalem Sophronius (560–638) war zugesichert worden, dass die christliche Bevölkerung der Stadt diese verlassen durfte, auch wenn dies tatsächlich nur wenige taten. Den Juden wurde nach der arabischen Eroberung die Ansiedlung in Jerusalem wieder gestattet, was die praktisch 500 Jahre währende Phase jüdischer Vertreibung aus der Stadt endgültig beendete.
Die auf die Eroberung Jerusalems folgende Ära muslimischer Herrschaft bis zu den Kreuzzügen ist nicht als ungebrochene Phase stabiler politischer Verhältnisse vorzustellen, vielmehr lösten sich verschiedene, miteinander verfeindete und religiös in Anhänger der Sunna und der Schia gespaltene muslimische Machthaber ab. Die Stadt wurde häufig belagert und wechselte mehrfach den Besitzer.
Jerusalem wird 638 von der Armee des zweiten Kalifen Omar Ibn al-Chattab erobert. Auf dem Tempelberg stellte Kalif Abd al-Malik um 692 den Felsendom fertig. Zugleich begann er mit dem Bau der al-Aqsa-Moschee, die sein Sohn fertig stellte. Doch die Unruhen und Eroberungen dauerten an. Rund 400 Jahre später eroberten die Fatimiden unter dem Kommando des Wesirs al-Adfal Jerusalem zurück.
Jetzt begann sich das Blatt zu wenden. Über 460 Jahre nachdem die kriegerische Expansion den Islam weit verbreitet hatte, sogar bis nach Europa hinein reagierten die Christen und es begann 1096 der 1. Kreuzzug.

Wie weit sich die Ideologie schon ausgebreitet hatte, ist an dem Machtbereich des Islam 1096 zu sehen:

Weitere Infos:derprophet.info/inhalt/anhang34-htm/

Nach der Eroberung Jerusalems durch das Heer des 1. Kreuzzuges 1099 entstand das Königreich Jerusalem, ein Kreuzfahrerstaat in Palästina.
Anmerkung: Palästina bezieht sich ursprünglich auf das Volk der Philister die um 1000 v. Chr. an der Mittelmeerküste wohnten. Bei Herodot taucht der Begriff „palästinisches Syrien“ auf, woraus im Lateinischen „Palaestina“ wurde. Das römische Reich, über dem schon bei den Karthagern berichtet wurde, führte den Begriff ab 135 n. Chr. für die gesamte Provinz Judäa ein.

Der Herrscher Gottfried von Bouillon lehnte den Königstitel ab und nannte sich stattdessen „Vogt des Heiligen Grabes“. Erst nach seinem Tod 1100 gab es mit seinem Bruder Balduin I. einen in Bethlehem gekrönten König von Jerusalem.
Hugo von Payens nahm wahrscheinlich im Heer Gottfrieds von Bouillon an dem Kreuzzug teil und kehrte nach dem Tod Gottfried von Bouillon wieder nach Frankreich zurück.
Später unternahm er mit Hugo I., Graf der Champagne 1104-1105 eine Pilgerfahrt in den Osten, vielleicht stellvertretend, weil der Graf nicht am Kreuzzug teilgenommen hatte.
Es ist nicht bekannt, ob Hugo von Payens zur selben Zeit (1107) zurückkehrte wie der Hugo I, der Graf der Champagne.
Dank einer von ihm handschriftlich signierten Urkunde ist jedoch sicher, dass sich Hugo von Payens im Jahr 1110 in Frankreich befindet.
Der Graf der Champagne ging 1114 mit seinem Vasallen Hugo von Payns erneut auf Pilgerfahrt.
Nach seiner Rückkehr 1116 unterstützte Hugo das Kloster Clairvaux, das teilweise aufgrund von ihm zur Verfügung gestellter Mittel von Bernhard von Clairvaux gegründet worden war.

Im Jahre 1109 wird Etienne Harding Abt von Cîteaux. Er unterhält eine sehr enge Beziehung zum Grafen der Champagne. Um 1113 nahm Harding den jungen Bernhard von Clairvaux in Cîteaux auf.
1114-1115: Beide Hugos unternehmen eine weitere Reise in den Osten. Diesmal bleibt Hugo von Payens dort, soviel ist nachgewiesen.
1115 stiftete Graf Hugo vo der Champagne den Wald von Bar-sur-tube, auf dem der Zisterziensermönch Bernhard später die Abtei von Clairvaux gründete. Der Graf der Champagne nimmt Bernhard unter seinen Schutz und übergibt ihm den Landbesitz von Clairvaux.

Durch den Handel mit Hassan Ibn Sabbah (1034-1124) gelangten die Templer in den Besitz verschiedenen Schriften, von babylonischen Textfragmenten und deren arabische oder persische Nacherzählung. Die Bücherei des Assassinen-Führers war legendär.

Anmerkung: Hassan Ibn Sabbah war Anführer einer ismailitischen Religionsgemeinschaft, einer Islamrichtung. Heute unter dem Namen Assassinen bekannt.

Er war nicht der Der Alte vom Berge, mit diesem Beinamen ist das Oberhaupt des syrischen Ablegers der Assassinen, Raschid al-Din, gemeint.

Die Keilschrift war noch bis ins erste vorchristliche Jahrhundert an verschiedenen Orten im Gebrauch und sicherlich konnte ein gebildeter Mann wie Hasan Ibn Sabbah diese Schrift lesen und verstehen.

Anmerkung: Hasan ibn al-Sabah, reiste über Isfahan, Aserbaidschan, Mesopotamien, Schaam und Palästina und erreichte am 30. August 1078 Kairo. In den folgenden Jahren reiste er durch Persien. Mit einer List brachte er sich 1090 n.Chr. in den Besitz der Festung Alamut in der er 1124 n.Chr. starb.

Es gelangten unter anderem auch assyrische Wirtschaftsgesetze in die Hände der Templer und ergänzt mit der islamischen Zinsverbotslehre entwickelten sich die Vorstellungen und Grundlagen eines Templerstaates.
Geld ist keine Handelsware und kann sich nicht aus sich selbst heraus vermehren.

Anmerkung: Ein Zinsverbot besteht heute vor allem im Islam. Im Koran, dessen Autorität bei Schari’a-Bestimmungen unanfechtbar ist, steht in Sure 3, Vers 130 „Ihr Gläubigen! Nehmt nicht Zins, indem ihr in mehrfachen Beträgen wiedernehmt, was ihr ausgeliehen habt!“
Im Islam gibt es eine Vielzahl von Rechtskniffen (islamische Anleihen vergeben, die direkte Zinszahlungen auf Geld durch Mieteinnahmen, Firmenbeteiligungen oder ähnliche), um die Schari’a-Bestimmungen zu umgehen.

Für das Bankgeschäft ist das Zinsverbot (Sure 2, Vers 27 u.a. in engerer Auslegung „Wucher“) eine besondere Belastung, was schon früh zu Umgehungsgeschäften geführt hat.
Desgleichen gelten Vorschriften im Judentum, aber diese betreffen nur das eigene Volk: „Dem Fremden magst du Zins auferlegen, aber deinem Bruder darfst du nicht Zins auferlegen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem Geschäft deiner Hand in dem Land, in das du kommst, um es in Besitz zu nehmen.“ (Dtn 23,20-21)

Der Abt von Cîteaux befasste sich mit dem Studium und der Übersetzung hebräischer Texte. Überbleibsel hebräischer Schriften, kleine unbedeutend scheinende Fetzen. Es handelte sich um Fragmente von Berichten jüdischer Eschaimin (Spione), welche im Auftrag der Priesterschaft über das Treiben des „verfluchten Mamzers“ (Hurensohnes) Jesus und dessen „Lästerungen des Gottes Israels“ Bericht erstatten. Es wurde berichtet, dass Jesus dem Hebräergott „Jahwe“ als den Satan bezeichnete und den Juden vorgeworfen habe, dass sie den Teufel selbst zu ihrem alleinigen Gott gemacht haben.

Anmerkung: „Ihr habt den Teufel zum Vater.“ (Johannes 8,19ff und 9,18ff und 10,31)
Studien der Bibel führten zum Ergebnis, dass die Lehre Jesus und die mosaische Lehre polare Gegensätze waren. Und außerdem nannten die Juden ihren Gott nie Vater, sondern „Jahwe“ oder „Adonai“.
Der Originaltext von 1. Moses 17,1 soll so lauten: “Ani ha El Schaddai.“ Also: „Ich bin El Schaddai.“

Balduin von Bourcq, als Balduin II. König von Jerusalem empfängt 1118 neun französische Ritter unter Hugo von Payens.

Die Ritter legen vor den Patriarchen von Jerusalem die drei Gelübde ab:
•der Keuschheit,
•des Gehorsams
•des Verzichtes auf persönlichen Besitz.

Im Jahre 1119 überließ der König von Jerusalem den Templern die Gebäude seines ehemaligen Palastes, die auf dem Gelände des alten Tempels Salomons erbaut gewesen waren. Er selbst bezog einen neugebauten Palast beim Davidsturm.

An der Stelle der heutigen Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg, befand sich bis 1187 das erste Hauptquartier der Tempelritter.
Der Orden nannte sich daraufhin Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis (Arme Ritter Christi und des Tempels von Salomon zu Jerusalem).
Ihr Leitspruch: „Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!“ (Nicht uns, oh Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei Ehre. Psalm 115).

Anmerkung: Es ist sicher, dass die Gründung des Templerordens nicht auf den simplen Wunsch zurückgeht, die Pilger auf den Straßen im Osten zu beschützen. Sie steht vielmehr in Zusammenhang mit einer umfassend durchdachten Strategie, vielleicht einer mystischen Suche, mehr oder weniger veranlasst von den Zisterziensermönchen Etienne Harding und Bernhard von Clairvaux.

Die Kongregation war nach militärischen Prinzipien aufgebaut. Sie nannten sich Paupere Militie Christi (Arme Ritter Christi) und ihr Zeichen war ein einfaches rotes Kreuz auf ihren weißen Mänteln.

Anmerkung: Die Mäntel der Sergeanten (sarjanz de mestier), Kaplane und Knappen sind braun oder schwarz mit einem roten Kreuz.

Als Gründungsmitglieder gelten neben Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omer auch Andreas von Montbard (ein Onkel Bernhards von Clairvaux), Gundomar, Gudfried, Roland, Payen von Montdidier, Gottfried Bisol und Archibald von Saint-Amand. Alle Gründungsmitglieder waren entweder mit dem Grafen Hugo von Champagne verwandt, oder wie im Fall Hugo de Payns und Gottfried de Saint-Omer, seine Lehnsmänner.

Über den Zeitraum von 1119 bis 1126 weiß man lediglich, dass die Templer Ausgrabungen unter dem Tempel Salomons unternommen haben, an einer Stelle, an der sich ehemals die Stallungen befanden. Während dieses Zeitraums hatten die Templer an keiner Militäraktion teilgenommen. Durch Guillaume de Tyr ist überliefert, dass sie neun Jahre lang allein bleiben. Niemand wird in ihren Kreis aufgenommen, mit einer Ausnahme.
Der mächtige Graf der Champagne verlässt 1125 Frau und Kinder, verzichtet auf Reichtum und Macht und schließt sich den Templern unter der Leitung von Hugo von Payens an, seinem ehemaligen Vasall.
Es mußte ein sehr wichtiger Beweggrund gewesen sein, der einen der mächtigsten Männer des französischen Königreichs dazu brachte, seine Reichtümer und Familie im Stich zu lassen, um sich dem Oberbefehl seines Ex-Vasallen zu unterstellen.

Hugo von Payens und fünf Tempelritter kehrten 1128 in die Champagne zurück und nehmen am Konzil von Troyes teil, bei dem Papst Honorius den Templerorden offiziell bestätigt und ihm eine vollständige Unabhängigkeit von Klerus und weltlichen Herrschern zugesteht. Etienne Harding und Bernhard von Clairvaux sind maßgeblich daran beteiligt.
Nun unterstehen sie einzig und allein dem Papst. Sie werden somit unabhängig von der Weltgeistlichkeit, den Bischöfen und Erzbischöfen.

Die Ordensregeln entwarf der heilige Abt Bernhard von Clairvaux, geistiges Haupt des Zisterzienserordens. Berhard von Clairveaux schrieb die Ordensregeln des Templerordens und die Präambel beginnt: „Mit Gottes und mit unserer und mit unseres Retters Jesu Christi Hilfe ist das große Werk vollendet worden…“

Es war also ein großes Werk nach der gerade erfolgten offiziellen Ordensgründung vollendet worden.

Anmerkung: Ihm, Bernhard, galt das Gelübde des Gehorsams, noch bevor es zur offiziellen Stiftung kam. Von ihm ging der Auftrag aus, der wohl mehr besagte als: bewacht die Straßen der pilgernden Christen.

Die Templer erhielten geistige Impulse unter anderem durch den Kontakt zum Islam. Bei einem Vorstoß gegen Damaskus (Stadtstaat seit ca. 3 Jahrtausend v.Chr., heute Hauptstadt von Syrien) fielen einer Templer-Abteilung einige Briefe in die Hände, die Ali Ibn Abu Thalib (Imman Ali) zugeschrieben wurden. Darin wurden nachträgliche Verfälschungen des Korans beschrieben und diese wurden mit den Verfälschungen der christlichen Evangelien verglichen.
Anmerkung: Ali ibn Abi Talib ibn Abd al-Muttalib ibn Haschim ibn Abd al-Manaf, vierter Kalif der Sunniten, erster Imam aller Linien der Imame der Schiiten. Geboren wurde er nach einer Überlieferung in der Kaaba. Er war Vetter des Propheten Muhammad, heiratete dessen Tochter Fatima und war der Erste, der sich zum Islam bekannte. Am 17. Juni 656 wurde er nach der Ermordung Uthman ibn Affans zum Kalifen proklamiert. Am 22. Januar 661 fiel Ali in Kufa einem charidschitischen Attentat von Ibn Muldscham zum Opfer, dessen Verletzungen er am 24. Januar 661 erlag.

Diese Papiere gelangten in die Provence (eine Landschaft im Südosten von Frankreich, am Mittelmeer zwischen Rhônetal und Italien). Kurze Zeit später wurde offenbar aus Katharerkreisen einer provencalischen Komturei ein Dokument zugespielt. Dabei handelte es sich um ein Stück des Ur-Evangeliums des Johannes in der Übersetzung von Marcion und einer knappen Schilderung der Lebensgeschichte von Marcion. Die Diskrepanz zwischen der wirklichen Lehre Jesus und der mosaischen Lehre war überdeutlich.
Möglicherweise ist das der Grund, dass sich die Templer später weigerten an den Kreuzzügen gegen die Katharer teilzunehmen.

Kurz darauf wurde das Marcioniter-Kreuz, das Dornenkreuz der Häretiker zum Symbol des Tempelordens.
Anmerkung: Das Tatzenkreuz war in roter Farbe auf weißem Grund das Wappen des Templerordens und fand sich auch auf der schwarz-weißen Templerfahne (auch Baucent oder Beauceant genannt). Ursprünglich war das rote Kreuz auf weißem Grund allein den Kreuzfahrern vorbehalten. Der Schutzpatron des Templerordens zur Zeit seiner Gründung, Bernhard von Clairvaux, erreichte aber beim Papst für die Templer das Recht, ebenfalls das Kreuzfahrerkreuz tragen zu dürfen, und zwar mit dem Argument, dieser Orden befände sich im permanenten Kreuzzug.

Um dieselbe Zeit soll der Kampfruf der Tempelritter: Vive Dieu Saint-Amour (Es lebe der Gott der Liebe) entstanden sein. Wahrscheinlich verstanden als alleinige Hinwendung zu Christus und zugleich als Ablehnung des alttestamentarischen Rachegottes der Israeliten.

Lotario dei Conti di Segni, ab 1198 Papst Innozenz 3. genannt, schuf die Basis für das Inquisitionsverfahren.
Beim Albigenserkreuzzug (1209-1229) handelte es sich um einen Krieg von Papst Innozenz 3. gegen Okzitanien (Südfrankreich), das dann dem französischen König unterstellt wurde.

Der Orden der Dominikaner, auch Predigerorden, wurde 1215 von Domingo de Guzmán (später der Heilige Dominikus genannt) gegründet und sehr schnell als Spezialtruppe mit päpstlichen Sonderaufgaben (Albigenserkreuzzug, Inquisition usw.) betraut.

Ugolino dei Conti di Segni, ab 1227 Papst Gregor 9. genannt, setzte die Dominikaner ab ca. 1230 als umfassende und mit breiten Machtbefugnissen ausgestattete Inquisition ein.

Anmerkung: Durch ein sehr präzises und umfassendes Verfahren, mit Registraturen und Karteien, gelang es der Inquisition allmählich alle katharischen Parfaits aufzuspüren, die es in Okzitanien noch gab, sie zu verhaften und durch die weltlichen Behörden verbrennen zu lassen. Nach etwa fünfzig Jahren hatte die katharische Kirche fast alle ihre Priester verloren.

Gegenüber den Templerrittern hatte lediglich der Papst Weisungsbefugnis. Wer gegen die Templer vorzugehen ersann, würde auch den Papst herausfordern. Dieser Jemand war Philipp 9., der Schöne, König von Frankreich seit 1285. Philipp war zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner Machtentfaltung. Ihm war es gelungen, Papst Bonifatius 8. zu Fall zu bringen. Jener Papst hatte feierlich erklärt, daß er auch in der irdischen Weltordnung über Kaiser und Königen stünde. Für Bonifatius 8., den Philipp „Seine zu große Überheblichkeit“ nannte, hatten die Tempelritter Partei ergriffen. Sie hielten die Trennung der weltlichen von der geistlichen Gewalt für richtig.
Anmerkung: Das politische Credo der Templer war eine gewählte Monarchie. Keinesfalls sollte eine erbliche Monarchie die Geschicke des Staates bestimmen. In der Ausübung ihrer Amtspflichten solle die gewählte Monarchie durch templerische Prinzipien kontrolliert und ausbalanciert werden. Sie, die Ritter, sahen sich als Wiedererrichter des Salomonischen Tempels. Sie waren die schöpferische Wirkkraft Gottes auf Erden. Durch die Einsicht in dessen Weisheit auserwählt, sahen sie sich als Zünglein an der Waage. Als vermittelnde Macht zwischen den Gewalten des Glaubens und des Wissens, Papst und Kaiser.

1257 gehörten 3.468 Burgen, Festungen und abhängige Wohngebäude zu den Besitzungen der Templer, aufgeteilt auf 19 Ordensprovinzen und -teilprovinzen. Das Ordenshaus in Jerusalem umfasst zwei Konvente mit 350 Rittern und 1.200 Sergeanten.

Nach dem Fall von Jerusalem und der Hochburg Akkon im Jahre 1291 zogen sich die Templer nach Zypern zurück. Sie errichten hier ihren Hauptsitz und verwalteten ihre Komtureien überall in Europa.
Anmerkung: Der Komtur (auch Kommentur ;lat. commendator – Befehlshaber) war bei den geistlichen Ritterorden der Obere einer Kommende (auch Komturei). Er war als Statthalter des Groß- bzw. Hochmeisters also derjenige Ritter, dem die Güter des Ordens für Rechnung desselben zur Verwaltung anvertraut.

Jacques de Molay wird 1265 zum Tempelritter und zwischen 1272 und 1280 erreicht er zum ersten Mal das heilige Land. Bei der Eroberung von Akkon am 18. Mai 1291 durch die Mameluken flieht Jacques de Molay nach Zypern.
Anmerkung: Temple ist die Bezeichnung sowohl für das seinerzeit außerhalb von Paris gelegene Ordensgebiet, in dem die Templer sich nach dem Fall Akkons im Jahre 1291 niederließen, als auch für den dort errichteten Bergfried, in dem unter Philipp dem Schönen der französische Staatsschatz gelagert wurde und später ein Gefängnis entstand. Die Bezeichnung ging schließlich auf das 3. Arrondissement über, in dessen Bereich das Ordensgebiet lag. Von den Gebäuden blieb nichts erhalten.

Jacques de Molay wurde am 20. April 1292, zum Nachfolger des Großmeisters Thibaud Gaudin. Er leitete den Templerorden von Zypern aus. Da die Templer nicht mehr im heiligen Land vertreten sind, hat sich die Aufgabe der Templer erledigt. Es gibt keine Pilger mehr, welche auf dem Weg nach Jerusalem geschützt werden müssen.
Der neue Großmeister Jacques de Molay hatte dies erkannt. Er reiste durch Europa, um für einen neuen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems zu werben. Des weiteren wollte er die öffentliche Meinung, welche sich gegen die Templer gestellt hat nach dem Fall Akkos, wieder auf die Seite der Templer bringen. Ein weiteres Ziel seiner Reisen durch Europa war die Propaganda für den Templerorden, damit dem Orden die Privilegien, wie Steuerfreiheit, Zollfreiheit, Reisefreiheit und die Unabhängigkeit von weltlichen Herrschern, nicht verliert.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kehrten viele Templer nach Frankreich zurück, wo Philipp 4., der Schöne, regierte. Dieser brauchte Geld. Auf der Suche nach neuen Mitteln gab er minderwertige Geldstücke aus und konfiszierte jüdisches Eigentum und trieb sie aus dem Lande. Da kamen ihm die Templer gerade recht. Er schuldete ihnen eine halbe Million Livres.

Jeder Fürst Europas trachtete danach, sich mit dem französischen König Philipp gut zu stellen. Nichts war gewisser, als daß sein Einfluß bei der Papstwahl entscheidend sein würde. Der Erzbischof von Bordeaux wurde 1305 der neue Papst. Er wurde nicht nur mit Billigung, sondern unter dem beherrschenden Einfluß des französischen Königs als Clemens 5. eingesetzt.
Anmerkung: Clemens der 5, wußte, daß er nach Ermessen Philipps 9. dessen Werkzeug sein würde. Philipp war an der Verwirklichung eines starken, autonomen französischen Staates – koste es, was es wolle – gelegen. Dafür hätte er die innere Zielsetzung des Templerordens verfälschen und den Orden in sein dynastisches Interesse zwingen müssen. Seine wiederholten Versuche, sich selbst oder mindestens seinen Sohn zum Großmeister der Templer ernennen zu lassen, schlugen fehl. Auf diese Art war es ihm nicht möglich die universell ausgerichteten politischen Ziel des Ordens zu unterlaufen.

Der schwarze Freitag:

Im Jahre 1306 wird Jaques de Molay von Papst Clemens 5. nach Frankreich eingeladen. Er soll mit ihm und Großmeistern anderer Orden einen neuen Kreuzzug zur Befreiung des heiligen Grabes besprechen. Aber die Verhandlungen ziehen sich hin.

Am Freitag, den 13. Oktober 1307 wurden die Templer in Paris auf den Befehl Philipp 4. gefangen genommen. Unter den Gefangenen, welche an diesem Freitag den 13. im „Temple“, der Templerburg von Paris festgenommen wurden befindet sich auch Jacques de Molay.

Jacques de Molay glaubt zunächst an ein Missverständnis. Er geht davon aus, das Papst Clemens 5. gegenüber Philipp 4. ein Machtwort sprechen wird. Dieses Machtwort bleibt jedoch aus. Jacques de Molay wird in der Haft verhört und es werden Geständnisse unter Folter aus ihm heraus gepresst.

Philipp 4. beschuldigte die Templer der Häresie und ging mit unglaublicher Brutalität gegen sie vor.
Er warf Ihnen vor:
•Kinder zu ermorden,
•Frauen zur Abtreibung zu veranlassen,
•homosexuelle Beziehungen zu tolerieren,
•einen mit dem christlichen Glauben nicht vereinbaren unüberschaubaren Reichtum angehäuft zu haben.
•geheime Rituale durchzuführen, wobei eine scheußliche Kreatur namens Baphomet angebetet und das Christenkreuz bespuckt worden sei.

Sogar der Kirchenhistoriker Vacandard mußte zugeben, dass „… niemals die Inquisitionstribunale eine solche Härte und Gewalt zeigten wie im Templer-Prozeß“.

Zwischen 1311 und 1312 findet das Konzil zu Vienne statt und am 22. März 1312 löste Clemens 5. mit der Bulle „Vox in excelso“ den Templerorden auf. Der gesamte Besitz der Templer sollte auf den Johanniterorden übergehen.

Anmerkung: In der Nähe eines der Hauptquartiere des Templerordens, im Fähnrichshof in Wien, liegt die Blutgasse in der Anhänger der katholischen Kirche die letzten Tempelritter im Jahre 1312 erschlagen haben sollen.

Am 18. März 1314 wurden der Großmeister des Ordens Jacques de Molay und der Magister der Normandie Gaufrois de Charney wegen ihrer Aussage, ihre unter der Folter erpressten „Geständnisse“ seien Lügen, als „erneut der Häresie verfallen“ öffentlich verbrannt.
Eine kleine Gedenktafel befindet sich an der Westseite des Pont Neuf auf der Île de la cité, am Fuß der Brücke an der Mauer gegenüber dem Eingang zum Park an der Westspitze der Insel.

Was das Eigentum und die Schätze der Templer betraf, so blieben sie faktisch in der Hand des französischen Adels. Die Aussage des Konzils war bedeutungslos. Philipp besaß schließlich nicht nur sämtliche Schätze der Templer, sondern zwang auch die Hospitaliter, ihm als Kompensation 200.000 Livres zu zahlen. Insgesamt brachten ihm die Liquidierungen der Templer nach der Berechnung einiger Historiker die gewaltige Summe von 12 Mill. Livres ein. Das schien seinem Nachfolger noch zu wenig: Ludwig 10. knöpfte den Hospitalitern weitere 50.000 Livres ab.

Es war noch nicht vorbei:

Im Jahr 1314

Paul Harding (Pseudonym eines britischen Historikers) erzählt dazu: „Ehe er [de Molay] starb, forderte er Philipp dazu auf, ihn ‚innerhalb eines Jahres vor dem göttlichen Gericht zu treffen‘, er verfluchte die französische Monarchie und kündigte an, dass der letzte Nachfahre des Königs durch einen Templer sterben wird.

König und Papst starben im gleichen Jahr.

Der Enkel des Königs Eduard 3 von England erhob Anspruch auf den französischen Thron und stürzte Europa damit in den Hundertjährigen Krieg.

Das Gefängnis des letzten Nachfahren (Ludwig 16) und seiner Familie war der Temple in Paris, das ehemalige Hauptquartier des Templerordens.
Ludwig 16 wurde am 21. Januar 1793 durch die Guillotine hingerichtet. Der Erfinder dieser Exekution war der Arzt und Templer Joseph-Ignace Guillotin.

Im Jahr 1789

Als sich die Revolution im Juli 1789 durch die Rue Saint-Antoine in Paris gegen Louvre und Notre-Dame wälzte, wütete ein in ein langes schwarzes Gewand gekleideter Mann gegen die Priester. Jedes Mal, wenn sein Säbel einen traf, rief er aus:“Das ist für die Albigenser und das für die Templer!“
Als dann 1793 der Kopf von Ludwig 16 unter der Guillotine gefallen war, stieg derselbe Mann auf das Blutgerüst, tauchte seinen Finger in das Blut des toten Königs und rief: “Volk von Frankreich, ich taufe dich im Namen Jaques de Molays und der Freiheit!“

Im Jahr 2010

Es gibt Autoren die von einem „Hochsicherheitsarchiv““ im Untersberg schreiben und/oder von den Prophezeiungen der Göttin Isais. Diese Göttin soll Tempelrittern erschienen sein und ein Hubertus Koch hatte mit einer kleinen Schar bei Ettenberg am Untersberg eine Komturei errichtet. Dort habe die Göttin ihnen einen schwarzen Stein übergeben. Danach soll diese Gruppe dann unter dem Namen „Herren vom schwarzen Stein“ eigene Wege beschritten haben. Doch nach 1290 verliert sich ihre Spur.
Diese Berichte sind jedoch im Bewußtsein der Einheimischen nicht mehr vorhanden.
Im Jahre 2010 erfuhr der Autor Rainer Limpöck von einem Untersbergstüberl, in welchem es einen holzvertäfelten Raum mit einer Decke voller gemalter Untersbergsagen gab. Auf einem Bild sind zwei „rote“ Ritter zu sehen und der zugehörige Text spricht davon, dass sie zurückkommandiert wurden. Der Autor vermutet nun, dass es deshalb ab einem bestimmten Zeitraum keine Belege mehr gibt, weil sie 1290 zurückkomandiert wurden. Von wem und wohin ist dem Text leider nicht zu entnehmen.
Quelle: Rainer Limpöck, Mythos Untersberg, Pichler-Verlg, S.140 – 141


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